Persönliches Resümee zum Online Hochsensibilitäts Kongress 2016

Herzlichen Dank, liebe Lena und Camilo für diesen Kongress mit vielen unterschiedlichen Perspektiven wie Menschen HSP verstehen und sich mit diesem Thema für sich auseinander setzen.

Ich möchte einfach ein paar Gedanken mit euch teilen die mir beim LESEN vieler Kommentare durch den Kopf gingen.

 

Bild mit Text

 

Was mich persönlich nachdenklich macht bei vielen Betroffenen, unter anderem auch, weil ich selber einige Jahre Erfahrungen durch einen eigenen Gesprächskreis hier bei mir in Mülheim habe, ist die Tatsache, das HSP doch eher als Belastung empfunden wird, statt als Bereicherung. In vielen Einzelgesprächen höre ich raus, das HSP zu sein eher eine starke Belastung ist, statt eine wertvolle Bereicherung, ein Geschenk.

Ein weiterer Punkt ist der, das ich in diversen Gruppen auf Facebook sehr oft beobachten kann, das zwar für sich HSP zu sein in Anspruch genommen wird, aber der Umgang in Schrift und Ton zwischen den Zeilen alles andere als empathisch, wertschätzend und achtsam ist. Die eigenen „blinden Flecken“ scheinbar vollkommen übersehen werden und Urteile und Zuschreibungen stattfinden, die für mich bei genauer Betrachtung nicht mehr viel mit den Kerneigenschaften von HSP zu tun haben, weder förderlich für den Austausch sind, noch Hilfestellungen geben, mit den eigenen „Baustellen des Lebens“ klar zu kommen, geschweige sie denn zu lösen.

Ebenfalls macht es mich nachdenklich was alles der Hochsensibilität zugeschrieben wird und für was sie herhalten muss. Eine differenzierte Sicht auf Zusammenhänge und Erkenntnisse würde ich mir an dieser Stelle wünschen, da man sonst in einen Bereich der Beliebigkeit abdriftet. Nicht selten verbergen sich hinter Auffälligkeiten und Schwierigkeiten mit dem eigenen Wesenszug evtl. ganz andere Geschichten, um nicht den Begriff von „Krankheit“ oder „Persönlichkeitsstrukturen“ ins Spiel zu bringen.

HSP verstehe ich als Bereicherung und nicht als Last. Das sie Herausforderungen mit sich bringt, wie jede andere Gabe auch, z.B. Hochbegabung, oder Vielbegabung, wie sie auch Künstler, oder Erfinder kennen, keine Frage. Aber das Gejammer was leider vielfach in einigen anderen FB-Gruppen so stattfindet, wirft dann doch für mich sowohl aus medizinischer und psychologischer Sicht einige Fragen auf.

Wer sich selber in der Tiefe kennenlernen möchte, wer wissen will, wer er wirklich im wahren Selbst, im SOSOEIN ist, der darf sich kluge Fragen stellen und diese ehrlich beantworten. Der wird aber auch nicht umhin kommen, sich mit den eigenen Verletzungen, Kränkungen, evtl. Traumatisierungen und Schattenthemen auseinanderzusetzen. Der wird auch von der Oberfläche mutig in die Tiefe gehen, denn meist liegen dort nach meiner Erfahrung die Antworten die es zu finden gilt, um sich selber besser zu verstehen, einordnen zu können und JA zu sagen zu dem wer und was ICH BIN.

Wer sein WAHRES SELBST entdeckt, dieses im vollem Bewusstsein, mit allen nötigen Konsequenzen lebt, es dann noch schafft dieses im DASEIN wesensgleich auszuleben, der lebt die nötige Balance für ein Leben in eigener Freiheit und ist in meinen Augen der MEISTER/IN seines Lebens.

Ob dieses WAHRE SELBST nun auch ein Kleidchen mit Namen HSP trägt, oder ein Mäntelchen mit Namen HSS, oder eine Hose mit Namen Hochbegabung und einen Hut mit Namen Scanner, ist im Grunde vollkommen egal aus meiner Sicht. Es gilt nur EINS ZU SEIN mit sich und mit Freude und Leichtigkeit

JA

zu sagen zu sich selbst.


Kennst du jemanden, für den mein Beitrag auch interessant sein könnte?
Ich freue mich, wenn DU ihn teilst :-)
♥ DANK


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